FAMED "CINEMA"

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FAMED (Sebastian Kretzschmar *1978, Kilian Schellbach *1971 und Jan Thomaneck *1974) markiert mit ihrer Einzelpräsentation CINEMA den Auftakt der diesjährigen Ausstellungstätigkeiten Auf AEG. Bezeichnend für die Austellungen der Leipziger Künstlergruppe, die seit 2003 in dieser Konstellation besteht, ist die stets reflexive Aneignung des Ausstellungsraumes in seinen spezifischen sozialen, politischen und physischen Kontexten. Im Ergebnis kommt es zu subtilen installativen Interventionen, die den Raum zu einem Teil der künstlerischen Arbeit werden lassen. Diese Eingriffe werden zumeist durch präzise gesetzte textuelle, installative oder auch filmische Arbeiten ergänzt. 
  
Für die Präsentation Auf AEG hat FAMED neue und ältere Arbeiten zu einem prägnanten auf den Raum abgestimmten Parcours zusammengestellt. Der Titel CINEMA eröffnet einen weiten Deutungshorizont und verwebt zugleich verschiedene Bedeutungsebenen wie Fiktion/Realität und Idee/Umsetzung oder Metapher/tatsächliche Bedeutung, was in den ausgestellten Arbeiten seine Fortsetzung findet. So konterkariert beispielsweise die Videoarbeit "The Happy End" die Erwartungshaltung des Publikums von vornherein: In einem White-Kube erwartet den Besucher lediglich ein Loop mit dem eingeblendeten Schriftzug "That´s all Folks!". Worauf diese Aussage konkret Bezug nimmt - ob auf den Film, die Ausstellung, die Erwartung an die Kunst schlechthin - bleibt dem Betrachter überlassen.

Die Frage nach den Möglichkeiten von Kunst findet in der allegorischen Arbeit "HOPE" eine ganz andere Umsetzung. Das aus Neonröhren bestehende Sprachbild wird von einem mobilen Dieselgenerator betrieben. Es handelt sich bei dieser Arbeit scheinbar um eine einfach zu verstehende Losung, die man schnell visuell erfassen kann. Der Kraftstoff des Generators aber reicht lediglich für die Dauer eines Ausstellungstages, die Losung "HOPE" erlischt mit der Schließung. Das vermeintliche Versprechen auf Hoffnung (Auf was? Genährt wovon?) wird damit nur für die Dauer der Ausstellung eingelöst, aber eröffnet gleichzeitig einen Raum für die grundlegenden Fragen an die Kunst, denen FAMED in ihrem Werk nachgeht: der Produktion von Bedeutung, dem Wirklichkeitsanspruch und dem Potenzial von Kunst. So ästhetisch klar die präsentierten Arbeiten auf den ersten Blick auch anmuten, so vielschichtig sind die Bedeutungsebenen, die ihnen zugrunde liegen können. Den Betrachter fordern sie mal ersthaft, mal mit einem Augenzwinkern heraus, den Gedankengang vom Dargestellten zur tatsächlichen Bedeutung nachzuvollziehen.
 
Eröffnung: Samstag, 10.03.2012, 18.00

Auf AEG, Halle 16
Fürther Str. 244 – 254
90429 Nürnberg

Öffnungszeiten: 
Do/Fr  16:00 – 21:00
Sa/So  14:00 – 18:00
 
tl_files/aufaeg/stories/famed_cinema_01.jpgHope, 2012 - Neonsysteme, Stromaggregat

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