1860er bis 1910er Jahre

Historische Karten von 1862 weisen das Areal noch als Grünland aus. Um 1900 wurden auf dem Gebiet in der Fahrradfabrik Premier Fahrräder hergestellt. Noch heute gibt es dort die Fahrradstraße. Ab 1914 produzierten die "Bing Werke" auf der Liegenschaft Blechspielzeuge und ab 1917 Haushaltgeräte (Taschenlampen, Heizsonnen, Kochplatten und Bügeleisen).

1920er Jahre

Aus der Elektroabteilung von Bing wird eine selbstständige Tochtergesellschaft, die sich schnell zu einem der Marktführer für Elektrogeräte in Deutschland entwickelt. Elektro Bing fusioniert 1921/22 mit der in Berlin gegründeteten Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft AEG zur Elektrobeheizungs GmbH mit Sitz in Nürnberg. Man beginnt ab 1922 mit Abbruch der meisten Gebäude.

1930er Jahre

Ab 1930 beschäftigt das Unternehmen bereits 700 Angestellte und beginnt mit der Produktion von Herden und Heißwasserspeichern in großer Stückzahl.  Infolge der Wirtschaftskrise von 1929 kommt es zu einem erheblichen Rückgang der Verkäufe nach 1932. Es kann verhindert werden, die Nürnberger Produktion nach Berlin zu verlegen. Die Mitarbeiterzahl sinkt auf 450. 1933 wird die Produktion von Kühlschränken aufgenommen. Durch die erfolgreiche Fertigung von Kochherden kommt es ab 1934 zu einer Wiederbelebung des Geschäfts. In der Folge wird 1936 wird ein kombinierter Kohle-Elektroherd entwickelt. Die Belegschaft ist auf 1.000 angestiegen. Zeitgleich beginnt man mit der Neubebauung des Geländes an der heutigen Raabstraße und Muggenhofer Straße.

1940er Jahre

Seit Kriegsbeginn produzieren die 1.250 Mitarbeiter vor allem Kriegsmaterial. AEG lässt auch wie andere Unternehmen und Konzerne Zwangsarbeiter für sich arbeiten. In einem schweren Bombenangriff im Februar 1945 werden über die Hälfte der Gebäude, Maschinen und Anlagen zerstört, so dass man nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit 60 Mitarbeitern den Wiederaufbau beginnt. Es werden Kleingeräten in begrenztem Umfang hergestellt, ab September 1945 verfolgt man den kontinuierlichen Ausbau der Produktion. Die AEG wird zu einer der Firmen des deutschen Wirtschaftswunders.

1950er Jahre

1950 wird die erste AEG-Haushalts-Waschmaschine produziert; inzwischen arbeiten wieder 1.660 Mitarbeiter in der Firma. Der Verkauf von elektrischen Hausgeräten wächst rasant an. 1954 werden die Gebäude an der Fürther Straße errichtet. 1955 werden 255.000 Waschmaschinen verkauft – das sind zehn Mal so viele wie drei Jahre zuvor. Das Unternehmen beschäftigt 1955 in Nürnberg 3.675 Mitarbeiter, der Umsatz beträgt 100 Mio DM. 1958 wird die vollautomatische Waschmaschine «Lavamat» auf den Markt gebracht, die in den kommenden Jahren zu einem der großen Erfolge werden soll.

1960er Jahre

Erweiterungen des Geländes und Neubauten; als sämtliche Ausbaumöglichkeiten ausgeschöpft sind, lagert man Teile der Produktion nach Rothenburg aus. Seit 1964 werden Geschirrspüler produziert. 1969 umfasst die Belegschaft 5.098 Leute, es werden täglich 100 Tonnen Blech verarbeitet und 12.000 Geräte hergestellt.

1970er Jahre

Die Wachstumsjahre sind vorbei, die Firma, die 1978 in Nürnberg 5.303 Mitarbeiter hat, gerät mit ihren weltweit 178.000 Beschäftigten in die Krise. Es folgen mehrere Neuorganisationen und Umgruppierungen der Konzernstruktur.

1980er Jahre

4.919 Menschen sind bei AEG Nürnberg beschäftigt. 1981 wird die 10-Millionste Waschmaschine verkauft. Trotzdem muss die Firma 1982 Vergleich anmelden. Notverkäufe sollen das Unternehmen retten. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen auch in Nürnberg zu Entlassungen.

1990er Jahre

1994 übernimmt das schwedische Unternehmen Electrolux die AEG Hausgeräte GmbH.

2000er Jahre

2005 wird die Schließung des Werkes in Nürnberg und Verlagerung der Produktion nach Polen bekanntgegeben. Im Jahr 2007 läuft die letzte Waschmaschine vom Band, am 16. März wird das Werk geschlossen.

seit 2007

Die MIB Fünfte Investitionsgesellschaft mbH übernimmt im Sommer 2007 das Areal. Sie beginnt mit der Revitalisierung des Geländes. Ziel ist es, ein breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten anzusiedeln, Produktion, Büros, Handel, Showrooms, Gastronomie, aber auch Kultur und Kunst. 

Electrolux verbleibt mit ihrer Deutschlandzentrale Auf AEG und bezieht im Juli 2008 mit 630 Mitarbeitern als erster neuer Mieter ca. 20.000 Quadratmeter, viele andere folgen. Im Sommer 2010 ist bereits über die Hälfte der Flächen vermietet. Die Veranstaltungsreihe OFFEN Auf AEG wird im selben Jahr etabliert und zeigt jährlich in umfangreichen Ausstellungen Arbeiten der ansässigen Künstler als auch einen Überblick der Gewerke vor Ort.  

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